Vernehmlassung Kulturleitbild 2026-2031: Die GLP kritisiert damit den starken Fokus des Kulturleitbilds auf geförderte Kulturangebote

Medienmitteilung

Vernehmlassung Kulturleitbild 2026-2031: Die GLP kritisiert damit den starken Fokus des Kulturleitbilds auf geförderte Kulturangebote

Kantonale Kulturförderung muss auf marktverzerrenden Effekt geprüft werden.

 

Die GLP begrüsst das Bestreben des Regierungsrats, die Kulturförderung und das Angebot der geförderten Kultur sorgfältig weiterzuentwickeln. Die neue Form des Kulturleitbilds und die vier strategischen Stossrichtungen im Entwurf des Kulturleitbilds erachten wir dafür als geeignet. Gleichzeitig fehlt aus Sicht der GLP eine fünfte Stossrichtung: die Gesamtschau auf das kulturelle Angebot, inklusive der nicht staatlich geförderten Kultur. Das ist wichtig, um marktverzerrenden Effekten zu begegnen.

 

Die GLP betont, dass das reichhaltige Kulturangebot, insbesondere frei zugängliche Angebote in einzelnen Sparten die Zahlungsbereitschaft der Kulturkonsument:innen senken kann. Dies gefährdet die Selbstfinanzierung und birgt die Gefahr einer zunehmenden Abhängigkeit von staatlicher Förderung. Das kantonale Engagement muss daher stets auch auf mögliche marktverzerrende Effekte geprüft werden, insbesondere in Sparten, die privat teilweise organisiert und selbsttragend funktionieren, wie aktuell bei der Clubförderung.

 

«Die fehlende Gesamtschau zeigt sich beispielhaft auch im Fall des ‘Musical Theaters’, das zu einem Hallenbad umfunktioniert werden sollte», sagt GLP-Grossrat Johannes Sieber, «sowie im Verlust des früheren Stellenwerts Basels als Stadt grosser Openairs und Popkonzerte.»

 

Zudem regt die GLP an, die Chancen der digitalen Transformation für die Kultur- und Kreativwirtschaft stärker zu berücksichtigen. Innovation, neue digitale Produktionsformen und der Einsatz von KI bieten erhebliche Potenziale, die im Leitbild konkreter verankert werden könnten. Auch die Rolle der Kulturvermittlung sollte breiter gefasst werden:

 

«Die unabhängige, kritisch-journalistische Auseinandersetzungen sind ein zentraler Teil der Vermittlungsarbeit und damit Teil der kulturellen Infrastruktur», meint Kultur- und Medienpolitiker GLP-Grossrat Johannes Sieber.

 

Schliesslich betont die GLP die Bedeutung der trinationalen Vernetzung für den Standort Basel.

 

«Ein zeitgemässes Kulturleitbild sollte die Rolle Basels im Dreiland und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit klarer als Profilierungschance und zentrales Element der Standortentwicklung nutzen», so GLP-Grossrätin und BKK-Mitglied Sandra Bothe.

 

Die GLP-Basel-Stadt fordert den Regierungsrat auf, diese Punkte im Kulturleitbild 2026–2031 angemessen zu berücksichtigen, um Kulturförderung und Standortentwicklung wirkungsvoll zu verbinden.

 

 

Kontakt:

Johannes Sieber, Grossrat Basel-Stadt, +41 79 210 37 76, move@johannes-sieber.ch

Sandra Bothe, Mitglied BKK, Grossrätin Basel-Stadt, +41 79 406 00 59, s.bothe@sunrise.ch