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Sessionsbericht Herbstsession 2025
Veröffentlicht am 26. September 2025 von Katja Christ
Die Herbstsession 2025 war von einer traurigen Nachricht überschattet: Der plötzliche Tod von Nationalrat Alfred Heer hat uns alle tief betroffen gemacht. Auch wenn wir inhaltlich oft nicht einer Meinung waren, habe ich ihn insbesondere während meiner Arbeit in der Geschäftsprüfungskommission als engagierten, klaren und eigenständigen Politiker erlebt und geschätzt. Die Anteilnahme im Parlament war gross; die Blumen und Kerzen auf seinem nun leer gebliebenen Platz im Nationalrat führten uns eindrücklich vor Augen, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Dies bestärkt mich einmal mehr in meinem Lebensmotto «carpe diem» (pflücke den Tag) – es gilt nach wie vor und will gelebt werden.
Diese Momente erinnerten uns auch daran, dass der politische Diskurs richtig und wichtig ist für unsere gelebte Demokratie. Gleichzeitig dürfen wir nie vergessen, dass wir am Ende alle Menschen sind, die sich selbst nicht zu ernst nehmen sollten. Entscheidend ist, dass wir uns im Bundeshaus für die bestmöglichen Voraussetzungen für unser Land, unsere Mitmenschen und vor allem für kommende Generationen einsetzen. Politik wird letztlich immer von Menschen geprägt – von Überzeugungen, aber auch von Respekt und menschlicher Nähe.
Mit dem Blick auf die Welt wurde mir in dieser Session erneut bewusst, wie viel Grund zur Dankbarkeit ich habe: für meine Gesundheit, aber auch dafür, in der Schweiz zu leben – mit einer vielfältigen Parteienlandschaft, einer funktionierenden direkten Demokratie sowie Grund- und Menschenrechten, die bei uns tagtäglich gelebt werden.
Zugleich war die Session geprägt von einer enormen Dichte an Geschäften – nicht zuletzt, weil wir erneut drei ausserordentliche Sessionen durchführen mussten. Natürlich sind die behandelten Themen wichtig. Doch wenn das Ausserordentliche zur Regel wird, gerät die ordentliche Agenda zunehmend unter Druck. Das belastet die planbare Arbeit im Parlament und muss meines Erachtens kritisch diskutiert werden.
Als zweite Vizepräsidentin des Nationalrates durfte ich erneut mehrfach den Ratsvorsitz übernehmen. Es ist eine Aufgabe, die fordert und zugleich bereichert – weil man die Debatten nicht nur als Mitglied, sondern auch aus der Perspektive der Leitung erlebt.
Ich gehe nun aber noch auf die zwei wichtigen Themen und Geschäfte ein. Möchtest du noch mehr informiert sein, dann dient dieser Link sicher auch dazu: SRF-Liveticker zur Session
Heiratsstrafe vs. Individualbesteuerung
Im Zentrum stand die Diskussion um die Initiative der Mitte-Partei zur Abschaffung der Heiratsstrafe. Für uns Grünliberale ist klar: Nur die Individualbesteuerung schafft echte Gleichstellung und beseitigt systematische Fehlanreize. Wir haben uns deshalb entschieden gegen die Initiative der Mitte und entschieden für die Einführung der Individualbesteuerung ausgesprochen.
Nachhaltigkeitsinitiative – „Keine 10-Millionen-Schweiz“
Die Debatte über die SVP-Initiative, die eine angebliche „10-Millionen-Schweiz“ verhindern will, war hochemotional. Doch solche Abschottungsinitiativen bringen keine Lösungen. Wir Grünliberalen setzen stattdessen auf konkrete Massnahmen, um das inländische Arbeitskräftepotenzial besser zu nutzen – mit einem Motivationsbonus für ältere Arbeitnehmende, einer Pensionskassen-Flatrate für tiefere Einkommen und besseren Anreizen, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit erhöhen können.
Mehr dazu auf der Website der GLP Schweiz: Das inländische Arbeitskräftepotenzial besser nutzen
US-Zollpolitik
Die massiven US-Strafzölle treffen die Schweizer Wirtschaft hart. Wir Grünliberalen haben deshalb ein Vorstosspaket lanciert: Märkte diversifizieren, neue Freihandelsabkommen vorantreiben, Talente gewinnen und Bürokratie abbauen. Damit geben wir den Unternehmen Perspektiven in einem zunehmend rauen Umfeld und sichern Arbeitsplätze sowie Wohlstand.