Aus dem Nationalrat

Aktuell

Sessionsrückblick Frühjahrssession 2026

Veröffentlicht am 20. März 2026 von Katja Christ

Liebe Leserschaft

Da bin ich wieder mit meinem Rückblick .Wie stets am letzten Tag der Session berichte ich Euch über die Geschäfte, die Vorstösse, aber auch über jene Szenen ausserhalb des Blickfeldes der grossen Bühne im Ratssaal. Dieses Mal versuche ich mich im Stil eines Tagesbuches. Mal sehen was dabei rauskommt.

Vor der Session

Endlich, endlich, endlich! Juhuuuu, juppiiii! Da Ostern und damit auch die Basler Fasnacht in diesem Jahr früh sind, konnte ich die Fasnacht endlich wieder mal so richtig geniessen. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Schon am Sonntagabend beim Laterneneinpfeiffen war die Stimmung beeindruckend. Ich bin dann noch rasch beim «bruune Mutz» (ein Restaurant in Basel) vorbeigegangen, wo die Basler Regierung einige besondere Gäste zum Nachtessen eingeladen hat, bevor diese dann den «Morgestraich» erleben dürfen. Eingeladen ist ja auch immer der oder die PräsidentIn des Nationalrats. Demnach habe ich Pierre-André Page kurz begrüsst, im Wissen, dass ich 2027 wohl selbst in dieser Runde Platz nehmen darf.

Die «drei scheenschte Dääg» waren wundervoll, das Wetter prächtig, und ich war ununterbrochen auf den Beinen. Da ich teilweise am Vormittag bereits früh irgendwelche Online-Sitzungen hatte, bin ich auch immer wieder früh aufgestanden. Dementsprechend müde bin ich dieses Jahr dann auch in die Frühjahrssession gestartet, die gleich am Montag auf mich gewartet hat!

Erste Sessionswoche

Die erste Woche begann für mich wie immer bereits am Vormittag mit der vorbereitenden Sitzung im Zimmer des Nationalratspräsidenten, wo wir die Sessionswoche jeweils detailliert vorbereiten, die Abstimmungskaskaden und sonstige Besonderheiten durchgehen. Das dauert dann so bis Mittag, und um 13.00 Uhr beginnt bereits die Ratsbürositzung, wo dann auch die Fraktionspräsidien wichtige Themen, insbesondere auch zu allfälligen ausserordentlichen Sessionen oder Traktandenverschiebungen, entscheiden.

Danach gibt’s einen fliegenden Wechsel in den Nationalratssaal, wo pünktlich um 14.30 Uhr das Glöckchen geläutet wird: «Die Session ist eröffnet», sagt dann der Präsident. Und los geht’s! Ich sage mir immer, dass es wichtig ist, am ersten Montag «einmal tief Luft zu holen…».

Die Debatten drehen sich in dieser Frühjahrssession hauptsächlich rund um das Entlastungspaket 27 (… obwohl ich diese Diskussionen eher als eine Be- und nicht als eine Entlastung sehe …), die Sofort-Opferhilfe für die Opfer von Crans-Montana, die Neutralitätsinitiative, aber natürlich auch viele andere Geschäfte.

Neu geprägt ist das globale Umfeld vom Krieg rund um den Iran, Israel und die USA. Langsam habe ich das Gefühl, dass ich in jedem Sessionsbericht entweder über einen Kriegsausbruch, eine Katastrophe oder sonstige dramatische Entwicklungen auf der Welt berichten muss. Wann dreht sich dieser Spiess endlich wieder?

Diese Woche habe ich immer wieder die Sitzungsleitung für den Nationalratspräsidenten übernommen. Da dieser breite und schwere Ledersessel überraschenderweise eher unbequem ist und ich immer aufpassen muss, dass ich nicht unter den Tisch rutsche, habe ich nun beim Weibeldienst darum gebeten, mir einen Fussschemel zu organisieren, der verhindern soll, dass ich plötzlich unter dem Tisch verschwinde.

Zudem gab es natürlich wieder verschiedene Anlässe und Veranstaltungen rund um den Parlamentsbetrieb. Ich war an einem Anlass des Vereins «NeutRealität», wo unter anderem auch René Rhinow, ehemaliger Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Uni Basel, seine Haltung zur Schweizer Neutralität zum Besten gab. Da er einst mein Professor im Studium war, habe ich das natürlich ganz besonders genossen. Man trifft sich im Leben bekanntlich immer zweimal (… oder mehr natürlich).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zudem gab es auch wieder ein Treffen mit allen Rotary-Mitgliedern unter der Bundeshauskuppel. Alle erzählten von ihren unterschiedlichen Rotary-Clubs aus allen Ecken der Schweiz.

Ich war zudem am Anlass von «Jardin Suisse», dem Verband, der die Interessen der Gärtnerbranche gegenüber Bund, Kantonen und Dritten vertritt. Das ist immer spannend, denn ich tausche mich da gerne mit den Vertretern von Jardin Suisse beider Basel aus und höre zu, wo der Schuh drückt und was die Branche sonst so beschäftigt.

Am Donnerstag hiess es dann wieder: früh aus den Federn, packen, auschecken und um 7.00 Uhr an der Ratsbürositzung im Bundeshaus sein. Wenn es noch reicht, sich davor einen Kaffee zu besorgen, ist die frühe Sitzung meist schon viel besser erträglich. Die Sessionswoche endet am Donnerstag um 13.00 Uhr, wenn der Präsident das Glöckchen läutet.

Für mich ist die Arbeit jedoch noch nicht beendet. In meiner Rolle als Delegierte der Verwaltungsdelegation hatte ich noch eine Sitzung mit dem Betriebsausschuss der Gastronomie im Bundeshaus. Ja, auch die Gastronomie im Bundeshaus hat eine überaus wichtige Rolle, und die verschiedenen Aufgaben und Wünsche sind nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen. Für mich war’s spannend und lehrreich. Der Kaffee, zu dem ich im Anschluss eingeladen wurde, kam mir dankend entgegen. Danach habe ich dann aber definitiv meinen Koffer gepackt und ihn Richtung Bahnhof geschleppt.

Erste Woche erledigt …

Denkste … da war doch noch der Freitag! Ja genau, am Freitag bin ich früh wieder von zu Hause los, denn es war «Tag der Frau» im Bundeshaus, und ich hatte dort eine aktive Rolle, habe ich doch das Schlusswort gehalten. Es gab auch etwas Verwirrung, denn der internationale Tag der Frau ist ja immer am 8. März … wir organisieren den Tag der Frau im Bundeshaus aber immer am Freitag vor dem 8. März. Jedenfalls war es ein grossartiger Tag zum Thema «KI» mit tollen Keynote-Speakerinnen und einem coolen Auftritt von Veronica Fusaro, die dieses Jahr die Schweiz am Eurovision Song Contest in Wien vertritt.