Schriftliche Anfrage Tobias Christ betreffend Förderung der agilen Verwaltung durch den Einsatz von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz

Medienmitteilung

Schriftliche Anfrage Tobias Christ betreffend Förderung der agilen Verwaltung durch den Einsatz von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz

Die fortschreitende Digitalisierung und der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) führen in
vielen Branchen der Privatwirtschaft zu Effizienzsteigerungen, Automatisierung und in der
Folge teilweise zu Stellenabbau. Diese Entwicklungen wirken sich auch auf die
Arbeitsmärkte und die staatlichen Aufgaben aus. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen für die
öffentliche Verwaltung, Prozesse effizienter zu gestalten und Ressourcen gezielter
einzusetzen.
Der Regierungsrat bekennt sich im Legislaturplan 2025 bis 2029 zu einer zukunftsfähigen,
digital kompetenten Verwaltung. Vorgesehen sind unter anderem der Aufbau einer
kantonalen Daten- und KI-Governance, der Ausbau digitaler Services (z. B. e-Portal, e-Sozial,
elektronischer Rechtsverkehr/Justitia 4.0) sowie Cybersecurity-Schulungen.
Vor diesem Hintergrund ersuche ich den Regierungsrat um Auskunft zum Umsetzungsstand,
zu Steuerung und Wirkung dieser Vorhaben sowie zu den Auswirkungen auf Arbeitsplätze
und Kompetenzen in der Verwaltung.

  1. Analyse der Auswirkungen:
    a. Liegen dem Regierungsrat Analysen vor, welche Branchen im Kanton Basel-
    Stadt besonders von Arbeitsplatzverlusten durch KI und Digitalisierung
    betroffen sind? An welchen Studien orientiert er sich für seine Einschätzung?
    b. Welche kurz- und mittelfristigen Auswirkungen werden auf die
    Arbeitsmarktstruktur und die Steuerbasis des Kantons prognostiziert?
    c. Welche Monitoring- oder Prognoseinstrumente nutzt der Regierungsrat, um
    Potenziale der Digitalisierung und des KI-Einsatzes zur Senkung von
    Verwaltungs- und Personalkosten systematisch zu identifizieren und zu
    nutzen?
    d. In welchem Umfang werden kurz, mittelfristig und langfristig Ressourcen
    frei? Und inwiefern können diese freien Ressourcen neuen Staatsaufgaben
    zugeteilt werden?
  2. Strategien für die öffentliche Verwaltung:
    a. Welche Konzepte verfolgt der Regierungsrat, um die Chancen der
    Digitalisierung und von KI für den Kanton Basel-Stadt zu nutzen?
    b. Inwiefern werden diese Technologien eingesetzt, um Verwaltungsprozesse
    schlanker, effizienter und agiler zu gestalten?
    c. Gibt es konkrete Projekte oder Pilotinitiativen, die darauf abzielen, den
    Einsatz von KI und Digitalisierung in der Verwaltung systematisch zu fördern?
    d. Nach welchen Zielgrössen oder Leistungsindikatoren misst der Regierungsrat
    den Fortschritt der digitalen Transformation (z. B. Nutzung digitaler Services,
    Effizienzgewinne, Servicequalität, Barrierefreiheit)?
    e. Wie definiert der Regierungsrat die übergeordneten Ziele der digitalen
    Transformation (z. B. Kostenreduktion, Servicequalität, Nachhaltigkeit) und
    wie wird der Zielerreichungsgrad überprüft?
    f. Wie werden Mitarbeitende der kantonalen Verwaltung im Umgang mit
    neuen Technologien geschult, und welche Weiterbildungsangebote bestehen
    oder sind geplant?Docusign Envelope ID: 95B40301-457F-4C61-90DF-08AC711B0CC3
  3. Arbeitsmarktpolitik und Umschulung:
    a. Welche Massnahmen plant der Regierungsrat, um den von Digitalisierung
    und KI betroffenen Arbeitskräften Qualifizierungs- oder
    Umschulungsmöglichkeiten anzubieten?
    b. Wie werden Arbeitsmarktinstrumente gezielt eingesetzt, um Beschäftigte bei
    der Anpassung an neue Berufsbilder zu unterstützen?
  4. Koordination und Vernetzung:
    a. Wie stellt der Regierungsrat sicher, dass Initiativen zur Digitalisierung in der
    Verwaltung mit der Wirtschaftsförderung und Bildungsprogrammen
    abgestimmt sind?
    b. Gibt es Kooperationen mit Hochschulen, Start-ups oder Branchenverbänden,
    um den Wandel aktiv zu gestalten?
    c. In welchen kantonalen oder interkantonalen Gremien oder Plattformen (z. B.
    BaselTech, Daten- und KI-Initiativen) ist der Kanton aktiv, und wie werden
    Synergien mit der Privatwirtschaft und Forschung genutzt?

Tobias Christ