Mittwoch, 21. November 2018

Erfolgreiche Petition: Unterschriften gesammelt für Plastikrecycling

Weltweit wächst der Widerstand gegen Plastikabfälle. Während in anderen europäischen Ländern das Recycling von Plastik bereits Realität ist, landen die Kunststoffe in der Schweiz in den Verbrennungsöfen. Die Grünliberalen Basel-Stadt setzen sich mit einer Unterschriftensammlung für einen nachhaltigeren Umgang mit Plastik ein – mit Erfolg. Die Petition wird heute eingereicht.

In der Schweiz liessen sich gemäss Schätzungen über 200’000 Tonnen Plastikabfälle sinnvoll rezyklieren. Gewisse europäische Länder weisen bei Plastikabfällen schon heute Recyclingquoten von bis zu 45 Prozent aus – viermal mehr als die Schweiz. Die Grünliberalen setzen sich dafür ein, dass insgesamt weniger Plastik produziert  und dass der Kunststoff, wo er eingesetzt wird, rezykliert wird. Die Zeit ist reif für einschneidende Veränderungen, für ein Umdenken und Handeln.

 

Petition soll Vorstoss bekräftigen

Die Petition ist nicht die erste Aktion der Basler Grünliberalen zum Thema: Bereits vor vier Jahren hat die Partei im Grossen Rat einen entsprechenden Vorstoss eingereicht. Um der Bevölkerung eine Stimme zu geben und dem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen, haben die Grünliberalen dieses Jahr zudem eine Petition in Riehen und Basel lanciert. Diese zeigt die breite Unterstützung. Und nicht nur das: Das Interesse am Thema war derart hoch, dass Menschen von jung bis alt, informiert über Inserate, von sich aus die Sammelstände aufsuchten, um die Petition zu unterschreiben. 

 

Studien attestieren ökologischen Mehrwert

Es ist klar, dass es in Bezug aufs Plastikrecycling offene Fragen gibt, so unter anderem bezüglich Ökobilanz. Alle bekannten Studien bestätigen aber grundsätzlich einen ökologischen Mehrwert, in der Grössenordnung vergleichbar mit Glasrecycling. Die stoffliche Verwertungsquote in den betrachteten Sammelsystemen liegt bereits heute fast immer über 50 Prozent. Mit professioneller Sammlung und verbesserter Sortierung nimmt zudem die Qualität des Regranulats zu. Weil in der Schweiz zu wenig dieses Regranulats vorhanden ist, muss teilweise gar Granulat dazugekauft werden. Naturressourcen müssen geschont, Rohstoffe wo möglich zurückgewonnen werden. Ein aus Erdöl hergestellter Kunststoff soll nicht einfach verbrannt werden. Dieser Meinung ist auch der WWF beider Basel, der die Petition unterstützt. 

 

Durch ein Recyclingsystem für Kunststoffabfälle und Getränkekartons wird die Produktion derselben nicht eingeschränkt, aber es wird ein erster Schritt in Richtung Sensibilisierung getan. Dieses gesteigerte Bewusstsein der Bevölkerung kann auch Detailhändler dazu motivieren, auf umweltfreundlichere Verpackungen umzusteigen. So wird der Plastikverbrauch reduziert ohne ihn gesetzlich regulieren zu müssen. 

 

 

Wichtige Fragen und Antworten zum Thema Plastikrecycling

 

Viele Besucher der Standaktionen waren gut informiert und stellten konkrete Fragen, die von Sachkenntnis zeugen. Hier unten einige Beispiele, mit den Antworten von unserer Seite:

 

1.) «Wäre es nicht besser, unsere Kräfte in die Vermeidung / Verbot von Kunststoffen einzusetzen?»

 

Das eine tun und das andere nicht lassen. Durch die Sensibilisierung des Konsumenten beim Sammeln und das dadurch veränderte Einkaufsverhalten soll indirekt der Detailhandel motiviert werden, auf umweltfreundlichere Verpackungen umzusteigen.

 

2.) «Der Grosshandel sammelt bereits Kunststoffe. Wieso muss das nun auch der Staat tun?» 

 

Da es sich bei den Sammelstellen bei Detailhändler ausschliesslich um PET und bestimmte Plastikflaschen handelt. Dazu zählen keine Verpackungen, Folien, etc. Hinzu kommt, dass noch zu wenig Konsumenten diese Möglichkeit nutzen. Es braucht weitere Anreize.

 

4.) «Können wir sicher sein, dass der Kunststoff tatsächlich rezykliert und nicht doch verbrannt oder exportiert wird?» (Stichwort Qualitätskontrolle)

 

Es gibt heute spezialisierte Firmen, die vom Recycling von Kunststoffen leben. Mit vermehrtem Sammeln können wir zudem Startups, die in diesem Bereich tätig sind, unterstützen und ihnen Möglichkeiten bieten. Wir unterstützen also die inländische Wirtschaft statt das Geld für Rohstoffe ins Ausland zu schicken.

 

5.) «Wäre die Plastikentsorgung gratis oder würde sie einer Entsorgungsgebühr unterliegen?» 

 

Das Recycling von Kunststoffen hat seinen Preis. Die Sammelsäcke sollten idealerweise günstiger als ein entsprechender Abfallsack sein. Jedoch sollte das Angebot auch nicht gratis sein, damit weiterhin ein Anreiz besteht, Plastik auch in der Anschaffung grundsätzlich zu reduzieren.

 

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Katja Christ, Grossrätin glp Basel-Stadt & Parteipräsidentin glp Basel-Stadt, M  078 698 53 73‬

Rene Schweizer, Vizepräsident glp Basel Stadt & Vorstand jglp beider Basel, M 077 994 00 79